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Was bedeutet eigentlich Business in Sachen Kleidung?

Kleidung und Bank – Das ist so ein Thema für viele Azubis und Schüler, die es werden wollen. Was zieh ich an? So etwas hab ich doch gar nicht in meinem Schrank! Das ist doch alles zu teuer! Du meine Güte, warum kann ich nicht einfach Jeans tragen?! – All das hab ich schon aus vielen Ecken gehört oder auch selbst gedacht. Aber so schwierig ist das nicht! Und um Euch das zu zeigen, hab ich mich mit der Mitarbeiterin für das Qualitäts- und Beschwerdemanagement getroffen und ihr ein paar Fragen gestellt.


Am besten starten wir mit einer kurzen Vorstellung.
Mein Name ist Angie Sebastian, und ich bin seit 2010 bei der Sparkasse beschäftigt. Anfangs als Azubi, aber 3 Jahre später als ausgelernte Mitarbeiterin. Zuerst war ich zuständig für das Kampagnenmanagement, seit September 2015 ist noch das Qualitätsmanagement hinzugekommen. Dazu sollte man auch wissen, dass dieses aus Beschwerdemanagement und aus vielen anderen kleinen Bausteinen besteht, wie z.B. dem Thema Kundenzufriedenheit oder auch dem Erscheinungsbild unserer Mitarbeiter.

Das Grundlegendste: Warum sollte man Businesskleidung tragen?
Sie ist ein Ausdruck von Seriosität. Immerhin verwalten wir das Geld unserer Kunden, also fremdes. Da gehört ein ordentliches Auftreten dazu, um den Anlegern Vertrauenswürdigkeit, Sicherheit und vor allem Professionalität widerzuspiegeln.

Beginnen wir bei der ersten Frage: Was soll Frau bloß anziehen?
Die Frauen haben viel mehr Spielraum als das männliche Geschlecht: Rock, Hose und auch Kleid sind gern gesehen. Dabei sollten die Hose und der Blazer (dunkel-)blau, grau oder schwarz sein. Die Bluse kann schon etwas bunter, jedoch nicht schreiende Farben haben.
Röcke und Kleider enden idealerweise mindestens handbreit über dem Knie und darunter muss auf jeden Fall eine Strumpfhose getragen werden. Die Kleidung sollte eine vernünftige Qualität haben und knitterfrei sein. Im Großen und Ganzen kann das Outfit modisch sein und durch Accessoires, wie Gürtel und Schmuck, unterstützt werden. Das Überlasten des Gesamtbildes wird am besten vermieden, es sollten nicht mehr als 5 Schmuckstücke getragen werden (Ohrringe zählen als eines), die sich in ihrer Farbe nicht unterscheiden. Angelaufener Schmuck sollte verhindert oder eher direkt entsorgt werden, da er das Gesamtbild verschlechtern könnte. Setz’ lieber auf höhere Qualität, dann hast du länger etwas davon! 😉

Was dürfen denn für Schuhe kombiniert werden?
Sneaker, Sandaletten und an sich offene Schuhe sind ein absolutes No-Go! Ein bequemer Absatzschuh lässt das Outfit elegant und seriös wirken. Aber auch flache Schuhe und Schnürschuhe, runden den Businesslook ab. Die Farben sollten dabei eher gedeckt sein und keine Neonfarben haben.

Wenn ich beim Anziehen jetzt schon alles richtig mache, wie muss mein Make-up aussehen, damit ich den Kunden nicht verschrecke?
Grundsätzlich gilt: Je weniger, desto mehr! Umso natürlich schöner, desto besser! Gedeckte Farben, die zum eigenen Typ passen sind ein Muss. Die Augen sollten betont werden, durch Konturen hervorgehoben, denn sie sind das Kommunikationsmittel neben der Stimme. Der Kunde schaut uns beim Gespräch ins Gesicht: Grobe Make-up-Fehler, wie zum Beispiel zu künstliche, unpassende Farben oder sogar ein starker Farbunterschied zwischen Haut und Foundation, können dafür sorgen, dass es dem Kunden unangenehm wird und er lieber aus dem Gespräch verschwinden möchte.
Natürlichkeit ist hier halt einfach das Zauberwort: Wir möchten dem Kunden zeigen, dass wir trotz des Berufes und der dahinterstehenden Verantwortung immer noch Menschen wie er sind.

Auch ein strittiges Thema ist das Haar: Sollte ich als Frau wirklich jeden Tag aussehen wie frisch vom Friseur?
Nein, selbstverständlich nicht. Die Haare sollten frisch, durchgekämmt und gepflegt aussehen. Die Länge sollte so gewählt werden, dass sie bei der Arbeit nicht stören. Die Farbe kann geändert werden, aber natürlich aussehen, also pinke, grüne, blaue und lila Haare sind tabu, ebenso kleine schreiend-farbige Strähnen. Accessoires, wie Blüten, Schleifen und Haarreifen, können gern verwendet, jedoch nicht zu übertrieben eingesetzt werden.

Das perfekte Gesamtbild beinhaltet noch viele Kleinigkeiten, wie die Nägel und den Geruch. Worauf sollte ich als Bankkauffrau achten?
Hände sollten, egal bei welchem Geschlecht, gepflegt werden. Daher sind auch künstliche Nägel, gerade bei Nägelkauern, von Vorteil, aber kein Muss. Schriftzüge, starke Muster und Neonfarben irritieren die Kunden eher, weshalb sie nicht angebracht sind.
Zu einer Wohlfühlatmosphäre gehört auch der Geruch: Dezent und sparsam sind die Zauberworte! Jede Bankkauffrau sollte angenehm nach leichtem Parfum riechen.

Das sind zahlreiche Dinge, die Frau berücksichtigen muss. Aber wie steht es denn um den Mann? Was sollte er in der Bank tragen als Mitarbeiter?
Der Anzug samt Krawatte ist Pflicht, also das Sakko bzw. der Blazer, das Hemd, die dazu abgestimmte Anzughose und eine passende Krawatte, ohne Cartoonfiguren und andere Malereien, ich denke das versteht sich von selbst. Es sollte keine Muster miteinander kombiniert werden, Streifenkrawatte mit kariertem Hemd. Die Farben sollten, ebenso wie bei der Frau, sich auf schlichte Farben (schwarz, grau und dunkelblau) beschränken.
Braune oder schwarze Schnürschuhe, die keine auffallenden Schnürsenkel haben, bilden dann ein elegantes Auftreten, jedenfalls was die Kleidung anbelangt.

Können Männer in der Bank eigentlich schulterlange Haare tragen? Oder gibt es Normen, an die sich Männer halten sollten? Wenn ja, welche?
Am elegantesten wirkt natürlich ein ordentlicher Kurzhaarschnitt, der auf die eigene Person abgestimmt ist. Hauptsache, es ist ein gepflegter Herrenschnitt, ohne Irokese. Styling ist erlaubt, es sollte aber der Region angepasst sein, d.h. nicht zu hochtrabend und mit den Kunden auf einer Wellenlänge.

Momentan ist ja der Vollbart total im Trend. Darf ein Bankkaufmann diesen haben?
Der Bart ist gern gesehen, insofern er nicht in wildem Wuchs im Gesicht des Bankkaufmanns ausartet oder zu sehr an den Weihnachtsmann erinnert. Klare Konturen und relativ kurz sind die Bedingungen, um einen Bart „businesslike“ zu gestalten.

Und wie darf man sich den perfekten Bankkaufmann vorstellen?
Auf Hygiene sollte auch hier im Gesamtpaket geachtet werden: Die Hände sind gepflegt und ohne Wunden, die Nägel geschnitten, sauber. Ein angenehmes Rasierwasser kann getragen werden, Mann sollte aber nicht darin baden.

Und zum Schluss: Ein paar allgemeine Regeln!
Momentan sind Tattoos und allerlei Piercings in Mode. Obwohl Mann und Frau mit der Zeit gehen dürfen/sollten, dieser Trend passt nicht ins Business. Wer es trotzdem mag, muss es rausnehmen bzw. verdecken durch lange Hemden und Blusen, egal bei welcher Raumtemperatur.

Wie Ihr seht: Hose ist nicht gleich Hose. Kleider machen Leute, sodass wir Einfluss darauf nehmen, wie unser Gegenüber uns wahrnimmt. Ich hoffe, dieses Interview konnte Euch einen guten Einblick in den Kleiderschrank von Bankmitarbeitern gewähren. Ihr könnt Euch die Tipps und Tricks auch für Bewerbungsgespräche oder ähnliche Veranstaltungen zu Herzen nehmen, damit Ihr immer schick angezogen seid. 🙂

One Comment


  1. Smaragd-Ohrringe.de

    8. April 2017 at 18:04

    Toller Artikel, gefaellt mir gut. Ich habe diesen auf FB geteilt und einige
    Likes dafuer bekommen. Weiter so!

    Antworten

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