Ausbildung

Erst die Schule und jetzt gehts an die Lehrer! 😅📚

Hallöchen Ihr fleißigen Leser!

Nachdem ich Euch schon ein wenig ĂŒber unsere Schule, dem OSZ 2 Spree-Neiße in Cottbus erzĂ€hlt habe, möchte ich Euch natĂŒrlich auch noch unsere đŸ‘šâ€đŸ«Â Lehrer vorstellen. In unserer Ausbildungszeit lernen wir ja viele neue Leute kennen, die alle, je nach dem, viel oder eher weniger Einfluss auf uns und unsere Persönlichkeit nehmen. Deshalb hab ich mir gleich jemanden herausgesucht, der mich gleich vom ersten Tag mit seinem Wissen und seiner Weltanschauung 🌎 beeindruckt hat: unser Klassenlehrer Herr Naumann. Lest mal rein, macht euch ein erstes Bild von ihm und dann könnt‘ ihr auch verstehen, warum ich das so seh‘. 😉😅

Hallo Herr Naumann! Am besten starten wir erstmal mit einer kleinen Vorstellung. 😊

Mein Name ist AndrĂ© Naumann. Ich bin 41 Jahre alt und stamme gebĂŒrtig aus Dresden. Ich habe 2 Kinder und wohne im schönen Radebeul bei Dresden. Seit 2011 bin ich am OSZ2 in Cottbus und unterrichte momentan vor allem Industrie- und Bankkaufleute, sowie in der Abendschule bei den Betriebswirten.

Und wie sind Sie zum Beruf „Lehrer“ fĂŒr diese Richtungen gekommen?

Angefangen hat Alles mit einem grundsĂ€tzlichen Interesse fĂŒr Wirtschaft beim Monopoly spielen und der akribischen Verwaltung meines Taschengeldes, dass ich in der Grundschulzeit durch das Auseinanderbauen von ElektrogerĂ€ten auf den SchrottplĂ€tzen der DDR und anschliessendem Verkauf von Kupfer etc. aufbesserte. Damals gab es 6 Ostmark pro Kilo bei der SERO-Annahmestelle, und in russischen FernsehgerĂ€ten waren jede Menge Kupferspulen verbaut…

Klingt auf jeden Fall schon mal gut đŸ˜ŠÂ đŸ‘đŸ»

Nach der Wende ging ich auf das Wirtschaftsgymnasium in Coswig und merkte, dass mir die kfm. FĂ€cher sehr leicht fielen und vor allem jede Menge Spaß machten. Selbst nach dem Zivildienst war alles noch sehr prĂ€sent und ich begann, fĂŒr den nachfolgenden Jahrgang meiner damaligen Freundin Nachhilfe anzubieten. Da ich ein sehr positives Feedback bekam, wechselte ich in letzter Sekunde von meinem bisherigen Studienziel Wirtschaftsrecht auf WirtschaftspĂ€dagogik um und schrieb mich in Dresden an der TU ein.

Nach 5 Jahren Studium, diversen Praktika bei Kreditinstituten, u.a. der Deutschen Bank in Frankfurt/Main und einem Auslandssemester im Baskenland (Nordspanien), wo ich meine Diplomarbeit schrieb, begann ich 2002 bei der Allianz Leben AG in Stuttgart als Referent fĂŒr Controlling. Das war eine sehr ernĂŒchternde Erfahrung, die mit einem klassischen „bore-out“ meinerseits endete. Da mein Versuch, damals wieder zurĂŒck an die UniversitĂ€t zu wechseln, nicht klappte, entschied ich mich erstmal fĂŒr das Referendariat. Da ich mit 26 noch recht jung war, wollte ich die Erfahrung „Berufsschule“ auch noch machen, bevor ich mich dann endgĂŒltig festlegen wĂŒrde. Vermutlich hat mich auch einer meiner absoluten Lieblingsfilme „Der Club der toten Dichter“ nachhaltig beeinflusst – ich habe ihn sicher mehr als 20 mal gesehen.

Nunja – da bin ich noch immer. Bis auf die Zeit des Referendariats habe ich es noch keinen einzigen Tag bereut, in die Schullaufbahn gewechselt zu haben. Es macht mir sehr viel Spass, junge Leute von Wirtschaft und Ökonomie zu begeistern. Mein persönliches Anliegen ist es dabei vor allem, den Blick ĂŒber den Tellerrand zu wagen und Dinge kritisch zu hinterfragen. In der heutigen Zeit sind mir viele, in LehrplĂ€nen und LehrbĂŒchern vorgegebenen, Denkrichtungen zu eindimensional und eng gefasst.

Ihre Einstellung finde ich super.đŸ‘đŸ»Â 

Man ist schliesslich nicht nur Angestellter eines Unternehmens, sondern auch Mensch unter vielen anderen Menschen. Dinge, wie Nachhaltigkeit, Fairness und verteilungspolitische Aspekte gehen sehr oft unter bzw. sind weniger wichtig als die Rendite von Unternehmen. Da gibt es aktuell sehr viel zu tun, in einer Zeit, in der die klassischen ökonomischen Theorien mehr und mehr an ErklĂ€rungswert zu verlieren scheinen, brauchen wir kritisch-kreative Denker. Diese Kompetenz geht uns mehr und mehr verloren. Das ist besonders tragisch, da die jungen Leute von heute keineswegs desinteressiert oder gar lernunwillig sind. Das kann ich wirklich nicht sagen und finde es auch nicht gut, wenn man als Lehrer grundsĂ€tzlich die Verantwortung fĂŒr schlechte Leistungen beim SchĂŒler sucht.

Das war jetzt echt viel zu Ihrem Job, wie siehts in Ihrer Freizeit aus? 👟

In meiner Freizeit treibe ich recht viel Sport – vor allem Skifahren und Badminton. Ansonsten bin ich viel auf dem Rennrad unterwegs. In den Ferien schnappe ich mir dann mein Wohnmobil und erkunde die Welt, getreu dem Motto: „Die Weltanschauung deren ist am gefĂ€hrlichsten, die die Welt noch nie angeschaut haben.“

Was geben Sie uns als Ihren SchĂŒlern đŸ‘©đŸ»â€đŸŽ“đŸ‘šđŸ»â€đŸŽ“ auf den weiteren Lebensweg?

Ich bedanke mich fĂŒr Ihr Interesse und wĂŒnsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Ausbildung und bleiben Sie stets kritisch 😉

Vielen Dank fĂŒr das tolle Interview!😊

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