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Vom Kassierer zum Allrounder – Der Wandel der Ausbildung “Bankkaufmann”

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Wie wird eine Bank in 20 Jahren aussehen? Wird es weiterhin Kundenberater geben oder werden die Kunden nur noch mit Maschinen interagieren đŸ€– ? Das sind nur einige der Fragen, welche ich mir im Hinblick auf das Thema Digitalisierung im Bankensektor stelle. In dem folgenden Blog-Beitrag habe ich mich damit befasst und fĂŒr Euch meine persönliche Meinung dazu zusammen getragen.

Bevor wir einen Blick in die Zukunft wagen, schauen wir doch einmal zurĂŒck in die Vergangenheit: Vor knapp 50 Jahren wurde durch die Kreissparkasse TĂŒbingen der erste “Geld-Ausgabe-Automat” Deutschlands in Betrieb genommen đŸ’¶ . Jedoch hatte dieser lange nicht so viele Funktionen, wie wir es von heutigen GerĂ€ten kennen. Der Kundenkreis war auf 1.000 Personen beschrĂ€nkt und mit Hilfe von Lochkarten konnten auch nur 100 Mark bei einem Vorgang abgehoben werden 💳 . Doch mit der EinfĂŒhrung dieses Automaten waren die Kunden nun ein StĂŒck unabhĂ€ngiger von den Öffnungszeiten der Bank und konnten rund um die Uhr ĂŒber ihr Geld verfĂŒgen. Dies war ein enormer Fortschritt im Bankwesen, welcher ĂŒber fĂŒnf Jahrzehnte zu den Automaten, die wir heute kennen, weiterentwickelt wurde. Möglicherweise aber auch ein Schritt in Richtung Aussterben des Bankkaufmannes?

Doch auch diese Technik wirkt heute veraltet. In Zeiten des Mobilen Bezahlens und des Online-Banking tut sich die Frage auf, ob wir ĂŒberhaupt noch Bargeld benötigen und ob im gleichen Zuge der “Geld-Ausgabe-Automat” und dem zufolge auch der Bankkaufmann an Bedeutung verlieren đŸ“Č . Inzwischen bin ich der Meinung, dass das eine nicht das andere bedingt. NatĂŒrlich wird der Geldautomat in den Hintergrund treten, da Bargeld immer unwichtiger wird. Wo im Jahr 1994 im deutschen Einzelhandel noch circa 80% mit Bargeld bezahlt wurde, sind es im Vergleich dazu im Jahr 2017 nur noch knapp 50% gewesen, Tendenz fallend. Konkurrent Nummer eins ist da natĂŒrlich die Kartenzahlung geworden. Und auch diese Bezahlmöglichkeit entwickelt sich immer weiter. So wurde beispielsweise im Juli 2018 das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone in den Sparkassen eingefĂŒhrt. Hier können wir gespannt sein, wie sich die Bevölkerung auf diese neue Bezahlmethode einlĂ€sst.

              

Die Entwicklung des Bargelds hat meines Erachtens nichts mit dem Beruf “Bankkaufmann” zu tun, da wir nicht nur Kassierer sind, die Geld annehmen oder auszahlen. Vielmehr entwickelte sich dieser Beruf zu einem “Allround-Beruf” đŸ‘šđŸŒâ€đŸ’Œ , der mehrere Sparten gleichzeitig abdeckt. Dazu zĂ€hlen unter Anderem die Finanzplanung und -beratung, das KreditgeschĂ€ft, aber auch das VersicherungsgeschĂ€ft sowie die Beratung im Fondsbereich gewinnen immer mehr an Bedeutung. Diese Entwicklung kann man als Antwort auf die zunehmende Komfortfixiertheit des Kunden sehen, da dieser seine Finanz- und VersicherungsgeschĂ€fte am liebsten in einem “Abwasch” erledigen möchte.

Und auch in Zukunft wird es Dienstleister wie die Sparkasse Elbe-Elster geben 🏩 . Diese werden sich von den heutigen ebenso unterscheiden, wie sich heutige Banken von denen von vor 300 Jahren unterscheiden. Überweisungen tĂ€tigen, die Bereitstellung von Geld, die Vermehrung von Guthaben und andere Services werden auch in Zukunft attraktive TĂ€tigkeitsfelder sein. Ob es jedoch klassische Bankinstitute wie heute sind, die diese Services managen, bleibt abzuwarten.

In Zeiten von AppÂŽs, in denen wir Menschen nach links oder rechts wischen, abhĂ€ngig davon ob wir sie gut finden oder nicht, stellt sich mir die Frage, ob der Mensch immer weiter Abstand vom persönlichen Kontakt zu anderen Menschen nehmen möchte oder ob sich dieser nur auf einen kleinen, aber auserwĂ€hlten Personenkreis beschrĂ€nkt. Wird in Zukunft ĂŒberhaupt noch miteinander gesprochen? Als Bankkaufmann in Ausbildung zweifle ich stark an, dass die Kunden gĂ€nzlich auf den menschlichen Kontakt und somit auf eine persönliche Beratung verzichten wollen. Daher bin ich der Meinung, dass der Beruf “Bankkaufmann” weiter bestehen wird.

Die Banken stehen durch die verĂ€nderten KundenbedĂŒrfnisse insbesondere auch vor der Herausforderung, auf allen KanĂ€len – also online und offline – fĂŒr den Kunden zur VerfĂŒgung zu stehen. Denn junge Menschen haben zum Beispiel andere BedĂŒrfnisse als ein Rentner in Sachen Finanzangelegenheiten. Hier spricht man von der MultichannelfĂ€higkeit der Banken. Auch hier können wir gespannt sein, in welcher Art und Weise sich Banken an diese Anforderungen anpassen.

Das warÂŽs auch schon zu dem Thema. Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen, aber interessanten Einblick in meine Überlegungen verschaffen und wĂŒrde mich auch freuen, wenn Ihr uns Eure Meinung zu dem Thema mitteilt. 🙂

 

 

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